FDM (Fasziendistorsionsmodell)

Grundlagen des Fasziendistorsionsmodells (FDM)

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) ist eine besondere, medizinische Betrachtungsweise von körperlichen Beschwerden, wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Diese werden auf bestimmte Fasziendistorsionen (also Verdrehungen oder Verformungen von Bindegewebe) zurückgeführt. Nach der Rückführung des Gewebes in die Ausgangsposition sind die Beschwerden verschwunden oder zumindest deutlich gelindert.

Die besondere Wirksamkeit der Methode zeigt sich bei akuten Verletzungen wie z.B. Knöchelverstauchungen, Knieverletzungen, Prellungen, Zerrungen oder Hexenschuss.


Woran liegt es, dass vielen Menschen mit akuten oder anhaltenden Schmerzen durch die üblichen medizinischen Verfahren (z. B. Ruhigstellung, Hochlagern, Kühlen, Medikamente) nicht geholfen werden kann? Diese Frage stellte sich vor über 20 Jahren der amerikanische Arzt und Osteopath Stephen Typaldos D.O. in der Notfallaufnahme eines texanischen Krankenhauses. Aus dieser frustrierenden Situation heraus entwickelte er durch genaue Beobachtung der Gestik der Patienten und durch exaktes Zuhören der Beschreibung der Beschwerden seine neue Sichtweise. Das Resultat ist eine der effektivsten und wirkungsvollsten Behandlungsmethoden für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die wir derzeit haben.

 

Typaldos hatte entdeckt, dass die Patienten ihre Beschwerden immer mit einer ähnlichen Körpersprache zeigen und beschreiben. Er begann die immer wiederkehrenden Gesten der Patienten zu systematisieren und mit den vorliegenden anatomischen Erkenntnissen abzugleichen. Als gemeinsamen Nenner fand er die Faszien, bindegewebige Strukturen, die überall im Körper vorhanden sind. Faszien können sich verdrehen oder verformen und damit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auslösen.

 

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Stephen Typaldos D.O. (1957 – 2006)

Ausschlaggebend für die rasche Verbreitung des FDMs in den letzten Jahren ist die außerordentliche Effektivität in der Praxis. Daher wird es von immer mehr Ärzten und Therapeuten erlernt und angeboten. Auch im Hochleistungssport wird es immer häufiger angewandt, z. B. bei der Fußballnationalmannschaft.

 

Die europäischen Therapeuten, die das FDM und die Typaldos-Methode durchführen, haben eine Ausbildung nach den Standards der European FDM Association (EFDMA) absolviert. Eine der  zentralen Figuren des FDM und direkter Schüler von Typaldos ist Dr. Georg Harrer, Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin aus Wien. International wird FDM in den USA, Japan, Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen, Italien, Holland, Belgien und Burkina Faso von aktuell ca. 18 Instruktoren weltweit gelehrt.

Anwendungsbereiche

Das FDM hat sich bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bewährt, speziell bei Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenbeschwerden sowie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an Arm und Bein. Auch sogenannte neurologische Phänomene wie Missempfindungen, Schwäche oder Kopfschmerzen können nach dem FDM behandelt werden.

 

Die besondere Wirksamkeit der Methode zeigt sich bei akuten Verletzungen wie Knöchelverstauchungen, Knieverletzungen, Prellungen, Zerrungen oder Hexenschuss. Bei Verletzungen nach einem Unfall kann eine schnelle Behandlung nach dem FDM den Heilungsprozess enorm beschleunigen.

 

Aber auch Beschwerden, die schon seit längerer Zeit bestehen oder nur sehr langsam heilen, können meist effektiver therapiert werden als mit herkömmlichen Methoden. Da Faszien überall im Körper vorhanden sind, können viele Beschwerden dadurch in einem völlig neuen Licht betrachtet und sehr wirkungsvoll behandelt werden, so beispielsweise medizinische Diagnosen wie Tennisellenbogen, Karpaltunnelsyndrom, Lumbalgie oder Migräne.

 

Auch Verletzungen oder Erkrankungen bei Kindern können nach dem FDM diagnostiziert und behandelt werden.

 

Sehen Sie dazu auch das nachfolgende Informationsvideo der europäischen FDM Association (EFDMA) :